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Mittwoch, 5. September 2012

Da lacht also der Einkäufer...

Die allseits geschätzte Onlineausgabe der noch mehr geschätzten Beschaffung Aktuell erfreut mit einem Witz. Im Editorial sieht man es als gutes Zeichen, dass nun sogar auch der Einkauf eigene Witze erhält. Das wird als Zeichen der Anerkennung oder Normalisierung bewertet, wenn neben Blondinen und Ostfriesen und vielen anderen Berufsständen (Ingenieure, Berater, Bäcker, ...) nun auch der Einkauf auf die Schippe genommen wird. Auf der anderen Seite definiert das Humorniveau nicht auch selten soziale Zugehörigkeiten und grenzt somit ab, aus oder ein.
"Ein schwäbischer Astronaut bereitet sich auf seinen Flug ins All vor. Kurz bevor er die Raumfähre betritt, gibt er ein Abschlussinterview. Ein Reporter stellt ihm die obligatorische Frage: „Wie fühlen Sie sich?" Der Astronaut schweigt einen Augenblick, seufzt dann und sagt: „Ja Gott, wie soll ich mich fühlen? Ich weiß, dass ich auf 100.000 Teilen sitze, die alle von Firmen stammen, die das niedrigste Angebot abgegeben haben."
Was sagt also der endlich - nach jahrelanger Recherche - gefundene Witz über Einkäufer aus? Oder sagt er etwas über Schwaben, Astronauten oder Reporter? Hat überhaupt jemand gelacht? Der Witz holpert irgendwie, irgendetwas stimmt nicht am Stil. Die Beschaffung Aktuell hat den Witz ja auch nur gefunden in der Zeitschrift Schönes Schwaben 6/12 (Schwerpunkt Juni: Wie berauscht - Schwäbisch Gmünd feiert ein Jubiläum wie noch keines). Aber die Schönen Schwaben haben ja auch nur geklaut und schlecht kopiert aus Hollywood (Armageddon, 1998):
"Rockhound: You know we're sitting on four million pounds of fuel, one nuclear weapon and a thing that has 270,000 moving parts built by the lowest bidder. Makes you feel good, doesn't it?"
Und irgendwie bin ich sicher, dass auch die Schreiberlinge in Hollywood das irgendwo ausgegraben haben, im Zweifel in Homers Odyssee.

Was sagt das nun also genau?

  • Die Beschaffung Aktuell nimmt es mit der Quellenprüfung online nicht so genau (siehe auch Leistungsschutzrechtdiskussion)
  • Die Schönes Schwaben offline ebenso, nennt dann aber auch wenigstens die Quelle nicht
  • Der Editorialist denkt, dass Einkäufer über schlecht gemachte Witze lachen.
  • Einkäufer haben keine eigenen Witze

Montag, 16. April 2012

Procurement meets Social Media


Schön, dass die beiden sich treffen wollen! Leider scheinen sie sich nichts zu sagen haben.







Da hatte ich mir irgendwie mehr von versprochen, als die netten Kollegen von h&z in der Einkäuferpostille ihre aktuelle Studie angekündigt haben.


Auf der anderen Seite auch Clever. Wenn es nichts zu sagen gibt, einfach mal einen Twitter Account anlegen, der nichts zu sagen hat...  

Mittwoch, 9. November 2011

Exclusivity is King

Tagelang wartete ich schon sehnsüchtig auf die Büropost. War sie diesmal dabei? Nein wieder nicht. Langsam wurde ich ungeduldig. Was, wenn sie in diesem Jahr ausblieb. Vielleicht einfach Mal ein Jahr übersprungen. Oder ich war nicht mehr auf der Liste. Ausgegrenzt von den neuen Entwicklungen, nicht mehr up to date in der Diskussion mit Einkäufern. Fast fühlte ich mich in die Ecke gestellt, kalt abgewatscht von der Konradin Mediengruppe.
Doch dann - was war das? Aus dem Poststapel schaute sie heute heraus, nur eine kleine Ecke, doch ich erkannte sie sofort - die Bibel des Einkäufers: die neue "Supply - Die Partner des Einkaufs 2012". Unbändige Freude überkam mich. Das nächste Jahr - gerettet. Alle wichtigen Lieferanten, Dienstleister und Berater in einem Werk. Ein Jahr in dem ich nicht mehr ins Internet schauen muss, niemanden anrufen, keine Dienstreisen um neue Partner ausfindig zu machen, denn hier sind sie alle, direkt auf meinem Schreibtisch. Großartig - und dann dieses kompakte Format. Wie schaffen die es eigentlich, auf nur 49 Seiten, alle wichtigen Partner unterzubringen? Und dann noch mehr als die Hälfte dieser Seiten mit hochkarätigen Artikeln zu füllen? Mein Favorit ist natürlich (alleine aufgrund der hochwertigen Bilder, diese Bodenständigkeit in Times New Roman - bewundernswert), wie sollte es anders sein: McK und SMI/EBS. Keine Überraschung werden Sie jetzt sagen, aber hohes Niveau (auch sprachlich, z.B. "Hoch Performer") über Jahre zu halten ist die wahre Kunst.
Dann gleich auf der ersten Seite auch noch das Editorial mit "Vielfalt" zu titeln ist natürlich genial. Wo alleine ein Armaturenhersteller, zwei Berater, zwei Druckfirmen, zwei Entwicklungs(und Fertigungs-)dienstleister, zwei Logistiker, zwei Mal Medienbeschaffung, sieben (!) C-Teile-Management Kapazitäten, ein Recruiting-Experte und ein bedeutendes SRM Unternehmen gelistet sind. Wahre Vielfalt zeigt sich erst in der Beschränkung, die oder der Diversity Beauftragte wird da sicherlich zustimmen.
Das Beste aber habe ich dann erst ganz am Ende gesehen, als ich die Bibel schon wieder zugeklappt hatte. Ganz oben, etwas verschämt, steht der Preis für dieses unglaubliche Werk: ganze 29 Euro. Ein Schnäppchen, oder? Gut, dass ich die nicht bezahlt habe...