Ein sehr interessanter wenn auch schon älterer Beitrag zur Technologiekritik. Im Kontext mit Einkaufsorganisationen ist dabei aus meiner Sicht folgendes spannend: SRM-Tools, Online-Auktionen, Kataloge haben sich im Einkauf relativ schnell durchsetzen können. Alles Technologien, die die direkte Kommunikation mit Lieferanten eher reduzieren bzw. bei gleichem eigenen Reifergrad die "Machtposition" weiter zum Einkäufer verschieben. Technologien die zu einer intensiveren, vernetzteren, lösungsorientierteren Kommunikation vor allen Dingen innerhalb des Unternehmens genutzt werden könnten, werden derzeit noch mit Argument vier verdrängt. Wobei man schon relativ lange brauchte um einzugestehen, dass Argument drei nicht mehr haltbar ist.
Eurozine - Standardsituationen der Technologiekritik - Kathrin Passig Internetkolumne
Private Meinungen zu strategischem Einkauf, operativem Einkauf, Supply Chain Management, Trends und Entwicklungen und sonst allem Möglichen.
Dienstag, 31. Januar 2012
Donnerstag, 26. Januar 2012
Procurement versus Purchasing
Interessant bzw. gilt das auch für den deutschsprachigen Raum? Ist Einkauf mehr als Beschaffung und brauchen wir einen neuen Begriff, eine functional rebranding exercise wie im Procurement Intelligence Unit Blog beschrieben?
Procurement
versus Purchasing: Over the last decade there has been much debate about
what we should call our function.
Montag, 16. Januar 2012
eDingens
Heute flattert mir die Einladung für die "eLösungstage" ins elektronische Haus. Lieber BME - wenn es nicht verboten wäre und wir alle friedliebende Menschen wären gehörte jemand dafür geschlagen. Das Schlimmste daran ist ja, dass sich das Gehirn bei so etwas so querstellt, dass sich der Begriff auch noch ins Gedächtnis frisst. Und Schindluder treibt ("Die Kollegin fühlt sich nicht wohl, die hat ihre eLösungstage." etc.)
Vielleicht muss ich ja auch nur den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Dann denke ich doch Mal ans Einkaufsschachbrett, das ist auch nicht viel schlimmer.
Mehr fällt mir dazu nicht ein, es sind schon genug Wörter verschwendet.
Dienstag, 3. Januar 2012
Ende des 3-Präses-Jahres
Nach einem für die Handelskammer Hamburg turbulenten Jahr 2011 (dem ersten mit drei Präsides überhaupt) wurde die traditionelle Jahresschlussansprache des neuen Präses vor der "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V." natürlich mit Spannung erwartet. Vorab: Nach meinem persönlichen Eindruck gab es schon bessere Ansprachen als diese, das möge aber jeder für sich selbst beurteilen. Das Hamburger Abendblatt berichtete jedenfalls in der Silvesterausgabe ausführlich über das Event und kommentierte die Rede als zurückhaltend.
Es wäre auf jeden Fall gut möglich, an der einen oder anderen Stelle kontrovers darüber zu diskutieren. Auf der einen Seite kritisiert man die Nichteinführung einer Finanztransaktionssteuer, auf der anderen Seite wird die Regelungswut gegeißelt(immer wieder gerne hervorgeholte Beispiele, die unter anderem auf Lobbyismus der Industrievertreter zurückzuführen sind (vgl. Welt Online v. 14.7.2008:
Ohnehin werden Gesetze von der Kommission lediglich vorgeschlagen. Die Details ausgehandelt und abgesegnet werden dann vom Ministerrat, also der Runde der nationalen Minister, und teilweise vom Europa-Parlament. Das galt auch für die Seilbahn-Richtlinie: Nach einigen schweren Seilbahn-Unglücken erschienen den Ministern EU-Sicherheitsstandards als sinnvoll. Dass die Umsetzung in deutsches Recht zum Schildbürgerstreich geriet, lag nicht an Brüssel, sondern der Überregulierung im föderalen Deutschland. Während in den meisten EU-Ländern ein einziges Seilbahn-Gesetz ausreichte, hat der Bund in Deutschland keine Kompetenz in dieser Frage. Deshalb musste jedes Bundesland ein Gesetz erlassen, selbst wenn es überflüssig war. Sogar wenn die EU-Kommission obsolete Regelungen wie die Gurkenkrümmungsvorschriften abschaffen wolle, werde es blockiert, kritisiert nun EU-Kommissionschef José Manuel Barroso jene Politiker, die Europa zu Hause bei den Wählern der Regelungswut bezichtigen. „Seit Jahr und Tag wird Europa lächerlich gemacht wegen seiner Vermarktungsstandards für Gurken“, klagte Barroso vor dem Europaparlament.. "Was denn nun?" ist man geneigt zu fragen. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass wird nicht gehen. Außerdem schicken wir seit Jahr und Tag abgehalfterte Politiker oder solche aus der zweiten Reihe nach Brüssel und Straßburg und wundern uns dann wenn es nicht vorangeht. Zum Vorgehen in Deutschland und in der Region sind offenbar nicht nur in der Regierung noch Hausaufgaben in Bezug auf Nachhaltigkeit zu machen. Wenn uns das Wohlergehen unserer Kinder so wichtig ist, dass wir ihnen sogar im Erwachsenenalter noch das Brille putzen abnehmen (so geschehen im Zuschauerkreis), dann ist es schwierig in Bezug auf den Hafen und die Elbvertiefung immer nur ein "Weiter so" zu rufen. Auch wenn es schwerfällt gehört zu norddeutscher Zusammenarbeit vielleicht auch die Einsicht, dass es bessere Standorte für Tiefwasserhäfen in Deuschland als Hamburg gibt. Auch im Zukunftsfeld der Bildung wird gerne mit dem Finger auf die Lehrer gezeigt, die bei all dem Hin und Her in den vergangenen Jahren mehr mit der Umsetzung immer neuer Ideen aus der Behörde zu tun hatten als ihre Energie in die Qualität des Unterrichts zu stecken. Dabei wird auch üblicherweise mit zweierlei Maß gemessen. Man schickt seine eigenen Kinder auf Gymnasien (die bitte strikt zu trennen sind von irgendwelchen Prekariatsschulen) oder Internate. Dann geißelt man die Tatsache, dass Kinder unter sich sind, die teilweise aus Haushalten kommen, in denen andere Maßstäbe für Erziehung gelten. Die Schule soll dann die Ergebnisse der Ghettobildung ausbügeln, die guten (eigenen) Schüler (die - wie Untersuchungen gezeigt haben - z.B. am Nachmittag gut den Schwächeren helfen könnten) sind davon ja nicht betroffen... Wer nachlesen will, wie es in der Ghettoschule zugeht, kann einen Eindruck davon im Blog von Frl. Krise bekommen. Schöne neue Welt also auch in 2012. Ich bin gespannt.
Dienstag, 29. November 2011
EWEA OFFSHORE 2011 - Zwischen Hoffen und Bangen
7.500 Teilnehmer und fast 500 Aussteller auf der EWEA Offshore 2011 - zweifellos ein Erfolg. Die Branche entwickelt sich, die meisten Big Player sind da und die Wachstumsaussichten sind gigantisch. So identifizieren sich manche soweit mit dieser Form der Energieerzeugung dass ihnen schon blattähnliche Ohren wachsen:
Auch der Energiekommissar der EU gibt ein sogenanntes Strong Commitment ab, ist aber auch realistisch z.B. mit den folgenden Worten:
"Tudee, se sapplei tscheen for offschor is lukking for inwestments in newäschen. Newerseless (!) dewelopping senescherie teknoletschie änd indastriäl käppäsiti änd gädding proschekts fru plänning and konsetting tääks teim."
Das sieht man generell so, dementsprechend vage sind die Aussagen aus der Industrie zu den Kostenzielen, der richtigen Technologie (trotz unterschiedlicher Ansätze konnte Hanne May keinen Disput zwischen Gamesa, Siemens, REpower und Vestas erreichen), der Realisierungschance aller geplanten Windparks und vor allem den Aussichten nach 2020.
Die Aussichten für die Konferenz / Messe sind gemischt. Man ist sich bei den Beteiligten nicht sicher, welche Veranstaltungen man denn nun wahrnehmen soll, Husum, Hamburg, Hannover, Bremerhaven, wechselnde EWEA Standorte (demnächst Kopenhagen / Frankfurt - 2013 für Offshore, ist ja klar), AWEA etc. So ein bisschen ist das also nicht Fisch nicht Fleisch. Dennoch protzen gerade die Herausforderer auf dem europäischen Offshore-Markt wie Sinovel oder DeWind mit ausladenden Ständen. Den besten Besuch hatte trotzdem der Marktführer Siemens bei der Standparty am späten Nachmittag...
Die Welcome Reception war dagegen irgendwie mau. Aber generell ist ja die Branche noch (je nach Vortragendem) gerade dabei erwachsen zu werden oder in der elementary school oder lernt gerade laufen. Da passt es auch zusammen, dass einige der Redner behaupten, dass Offshore Wind erst 5 Jahre existiert, während andere von 20 Jahren sprechen. Bei der gemeinsamen Sprache ist wohl wie generell bei der Standardisierung noch ein weiter Weg zu gehen. Mal sehen, was sich bis 2013 getan hat (wie gesagt: in Frankfurt!).
Montag, 28. November 2011
Zukunft Offshore
Die Branche trifft sich Mal wieder. Im Vorfeld der EWEA Offshore 2011 luden Roland Berger, Freshfields und MCF heute zu einer Diskussion über die Zukunft von Offshore Wind ein. Auf dem Podium waren neben dem Moderator Per Hornung Pedersen die Experten Anette Eberhard (Eksport Kredit Fonden), Georg Friedrichs (Vattenfall), Jan Kjaersgaard (Siemens) und Michael Lewis (E.ON). Erstaunlich offen wurde über die weitere Entwicklung des Offshore Business diskutiert. Einig waren sich alle, dass große Anstrengungen erforderlich sind, soll das zarte Pflänzchen Offshore nicht gleich wieder eingehen. Neben den operativen Problemen wie Installation oder Anschluss von Windparks spielt die größte Rolle die Reduzierung bzw. Kontrolle über die Geschäftsrisiken. Als Folge daraus stellt der Offshorebereich hohe Anforderungen an die Qualität des Personals (sofern es denn verfügbar ist). Abgesehen von einzelnen Selbstdarstellern, die alles wissen und können werden hier auch für die kommenden Jahre weiterhin Engpässe bestehen.
Der Vorschlag bzw. Appell, diese Engpässe mit besserer Zusammenarbeit zu überwinden konnte von den Diskutanten nicht überzeugend mit Beispielen hinterlegt werden. Trotzdem bleiben als Ziele die Reduzierung der Kosten um 40% bzw. für 2020 100 EUR / MWh wie auch schon von UK vorgegeben. Spätestens dann sollte sich auch das mangelnde Interesse von Investoren vor allem aus dem institutionellen Bereich wieder normalisiert haben. Derzeit gibt es aufgrund diverser Umstände für die Banken offenbar andere Schwerpunkte als den Offshore-Finanzierungsbereich.
Dann müsste eigentlich nur noch der Anschluss an das Grid funktionieren (Grid, Grid? Da war doch was?)...
Mittwoch, 9. November 2011
Exclusivity is King
Tagelang wartete ich schon sehnsüchtig auf die Büropost. War sie diesmal dabei? Nein wieder nicht. Langsam wurde ich ungeduldig. Was, wenn sie in diesem Jahr ausblieb. Vielleicht einfach Mal ein Jahr übersprungen. Oder ich war nicht mehr auf der Liste. Ausgegrenzt von den neuen Entwicklungen, nicht mehr up to date in der Diskussion mit Einkäufern. Fast fühlte ich mich in die Ecke gestellt, kalt abgewatscht von der Konradin Mediengruppe.
Doch dann - was war das? Aus dem Poststapel schaute sie heute heraus, nur eine kleine Ecke, doch ich erkannte sie sofort - die Bibel des Einkäufers: die neue "Supply - Die Partner des Einkaufs 2012". Unbändige Freude überkam mich. Das nächste Jahr - gerettet. Alle wichtigen Lieferanten, Dienstleister und Berater in einem Werk. Ein Jahr in dem ich nicht mehr ins Internet schauen muss, niemanden anrufen, keine Dienstreisen um neue Partner ausfindig zu machen, denn hier sind sie alle, direkt auf meinem Schreibtisch. Großartig - und dann dieses kompakte Format. Wie schaffen die es eigentlich, auf nur 49 Seiten, alle wichtigen Partner unterzubringen? Und dann noch mehr als die Hälfte dieser Seiten mit hochkarätigen Artikeln zu füllen? Mein Favorit ist natürlich (alleine aufgrund der hochwertigen Bilder, diese Bodenständigkeit in Times New Roman - bewundernswert), wie sollte es anders sein: McK und SMI/EBS. Keine Überraschung werden Sie jetzt sagen, aber hohes Niveau (auch sprachlich, z.B. "Hoch Performer") über Jahre zu halten ist die wahre Kunst.
Dann gleich auf der ersten Seite auch noch das Editorial mit "Vielfalt" zu titeln ist natürlich genial. Wo alleine ein Armaturenhersteller, zwei Berater, zwei Druckfirmen, zwei Entwicklungs(und Fertigungs-)dienstleister, zwei Logistiker, zwei Mal Medienbeschaffung, sieben (!) C-Teile-Management Kapazitäten, ein Recruiting-Experte und ein bedeutendes SRM Unternehmen gelistet sind. Wahre Vielfalt zeigt sich erst in der Beschränkung, die oder der Diversity Beauftragte wird da sicherlich zustimmen.
Das Beste aber habe ich dann erst ganz am Ende gesehen, als ich die Bibel schon wieder zugeklappt hatte. Ganz oben, etwas verschämt, steht der Preis für dieses unglaubliche Werk: ganze 29 Euro. Ein Schnäppchen, oder? Gut, dass ich die nicht bezahlt habe...
Doch dann - was war das? Aus dem Poststapel schaute sie heute heraus, nur eine kleine Ecke, doch ich erkannte sie sofort - die Bibel des Einkäufers: die neue "Supply - Die Partner des Einkaufs 2012". Unbändige Freude überkam mich. Das nächste Jahr - gerettet. Alle wichtigen Lieferanten, Dienstleister und Berater in einem Werk. Ein Jahr in dem ich nicht mehr ins Internet schauen muss, niemanden anrufen, keine Dienstreisen um neue Partner ausfindig zu machen, denn hier sind sie alle, direkt auf meinem Schreibtisch. Großartig - und dann dieses kompakte Format. Wie schaffen die es eigentlich, auf nur 49 Seiten, alle wichtigen Partner unterzubringen? Und dann noch mehr als die Hälfte dieser Seiten mit hochkarätigen Artikeln zu füllen? Mein Favorit ist natürlich (alleine aufgrund der hochwertigen Bilder, diese Bodenständigkeit in Times New Roman - bewundernswert), wie sollte es anders sein: McK und SMI/EBS. Keine Überraschung werden Sie jetzt sagen, aber hohes Niveau (auch sprachlich, z.B. "Hoch Performer") über Jahre zu halten ist die wahre Kunst.
Dann gleich auf der ersten Seite auch noch das Editorial mit "Vielfalt" zu titeln ist natürlich genial. Wo alleine ein Armaturenhersteller, zwei Berater, zwei Druckfirmen, zwei Entwicklungs(und Fertigungs-)dienstleister, zwei Logistiker, zwei Mal Medienbeschaffung, sieben (!) C-Teile-Management Kapazitäten, ein Recruiting-Experte und ein bedeutendes SRM Unternehmen gelistet sind. Wahre Vielfalt zeigt sich erst in der Beschränkung, die oder der Diversity Beauftragte wird da sicherlich zustimmen.
Das Beste aber habe ich dann erst ganz am Ende gesehen, als ich die Bibel schon wieder zugeklappt hatte. Ganz oben, etwas verschämt, steht der Preis für dieses unglaubliche Werk: ganze 29 Euro. Ein Schnäppchen, oder? Gut, dass ich die nicht bezahlt habe...
Abonnieren
Posts (Atom)
